Zusammenfassung
1. Es wurden 29 Arten unserer Süßwasserfische, die sieh über 8 Familien verteilen, auf sessile Ciliaten untersucht.
2. Im Vordergrund stand die von früheren Autoren vernachlässigte Bearbeitung lebenden Materials.
3. Von 33 gefundenen Arten der Ordnung Peritricha gehören 27 der Gattung Apiosoma, 3 der Gattung Epistylis und eine der Gattung Pyxidiella an, 18 Species sind für die Wissenschaft neu.
4. Unter Berücksichtigung der Funde anderer Autoren erfuhr das Genus Apiosoma eine Revision. Ein Bestimmungsschlüssel soll künftigen Untersuchern die Determination dieser wichtigen Peritrichengruppe ermöglichen. Aus der Ordnung Suctoria wird Trichophrya piscium beschrieben.
5. Es wird das Verhalten von Apiosomen zum Trägertier untersucht. Dabei wird ersichtlich, daß die verschiedenen Apiosoma-Arten einen unterschiedlichen Grad der Spezialisierung auf ihre Träger aufweisen. Eine Art ist allgemein auf Fischen verbreitet (A.piscicola), 4 Arten (A. carpelli - campanulata - baueri und - minimicronucleata) wählen ihre Träger aus 2 Fischfamilien, 2 Arten (A. leuciscus und A. tretzeli) sind auf Fische der Unterfamilie Leuciscinae beschränkt. Die übrigen untersuchten Apiosoma-Arten können als artspezifisch angesehen werden.
6. Körperteilapezifität zeigen lediglich A. baueri und A. minimicronucleata, für stielbildende Apiosomen kann man eine solche vermuten.
7. Unter den abiotischen Faktoren spielen eine wichtige Rolle:
Hoher Sauerstoffgehalt bei niedriger Temperatur bewirkt meist einen Massenbesatz der Fische mit Apiosomen. Erhöhung des Gehaltes an organischen Substanzen bedeutet Erhöhung des Apiosoma-Besatzes. Für Apiosomen liegt das Optimum des pH-Werts zwischen 6,6 und 7,2.
Apiosomen reagieren empfindlich auf Detergenzien, die einen deutlichen Rückgang des Apiosomenbesatzes verursachen. Ammoniak bewirkt ebenfalls einen deutlichen Rückgang des Besatzes der Fische mit Apiosomen.
8. Apiosoma-Arten sind keine Parasiten, sie schädigen ihre Träger nicht.