Gattung: Pyxidiella
Zu dieser Gattung, die zur Zeit am I. Zoologischen Institut der Universität Erlangen von Herrn W. Guhl überarbeitet wird, gehören nur wenige Arten des Süßwassers, die teilweise auf tierischen Trägern leben. Dieser Gattung kann eine neue Art hinzugefügt werden, die ich auf Fischkiemen fand.
Pyxidiella tectiformis n. sp.
| Trägertier: | Leuciscus leuciscus |
| Lokalisation: | Kiemen |
| Maße: | Körperlänge | etwa 52 µm |
| Dicke | etwa 19 µm |
Dieses interessante neue peritriche Ciliat zeichnet sich durch die Bildung
eines Halbgehäuses aus. Der relativ schlanke Körper, der zur Scopula
hin stark verjüngt ist und unterhalb der Pectinellenbildungszone
Querwülste aufweist, zeigte in keinem Fall eine Querstreifung der Pellicula.
Das adorale Körperende hat keinen Randwulst, der etwa halb
körperbreite Discus wird kaum herausgehoben. Die Peristombewimperung
beschreibt auf dem Discus 1 1/2 und in der Buccalhöhle
1 1/4 Umgänge.
Neben der Buccalhöhle liegt im adoralen Körperdrittel die kontraktile Vakuole. Knapp oberhalb der Körpermitte liegt der hufeisenförmig gebogene Makronucleus, er umgibt den unteren Teil der Buccalhöhle. An der Basis des Körpers wird von der Scopula, deren Durchmesser etwa 3 µm beträgt, ein kurzer unstrukturierter Stiel gebildet. Zum Substrat hin kann dieser Stiel leicht breiter werden. Etwa 3 - 5 µm unterhalb der Scopula bilden diese Tiere ein sehr eigenartiges, schildförmiges Halbgehäuse aus. Die Funktion dieses eigenartigen Schildes erscheint bei der Betrachtung zunächst schleierhaft, erreicht es doch nur wenig mehr als halbe Körperlänge. Eine vermutete Schutzfunktion scheint sich jedoch bei der Betrachtung der Lage dieses Schildes zum Substrat zu bestätigen. Durch die Strömung des Atemwassers der Fische werden die Tiere zu den Kiemenblättchen hin gebogen. Dabei zeigt sich, daß diese schildförmigen Halbgehäuse immer auf der dem Substrat abgewandten, also auf der angeströmten Seite liegen. Das schildförmige Halbgehäuse dient also anscheinend als Schutz gegenüber der Strömung des vorbeistreichenden Atemwassers.
Abb. 39. Pyxidiella tectiformis n. sp., a - gestrecktes Tier von
Leuciscus leuciscus (Kieme), b - Seitenansicht des Halbgehäuses.
Abb. 39a. Mikrofoto von Pyxidiella tectiformis n. sp.