Unter den abiotischen Faktoren spielt der Sauerstoffgehalt des Wassers die größte Rolle. Dies zeigt sich bereits bei der Betrachtung der mit dem Sauerstoffgehalt eng verknüpften Wassertemperatur. So wird man im Hochsommer bei Wassertemperaturen über 22 °C Apiosomen nur vereinzelt auf Fischen finden, bei den niedrigen Temperaturen im Winter und Frühjahr und einem Sauerstoffgehalt von etwa 10 mg/l (Mittelwert) weisen die Fische dagegen fast immer einen Massenbesatz mit Apiosomen auf. Die große Sauerstoffbedürftigkeit der Apiosomen zeigt sich auch bei der Haltung der Fische in sauerstoffarmem Wasser. Während für die Fische noch reichlich Sauerstoff zur Verfügung steht, verschwinden die auf ihnen sitzenden Apiosomen bereits nach etwa vier Stunden. Andererseits bewirkt das Übersetzen von besetzen Fischen in sehr sauerstoffreiches Wasser sofort Schwärmerbildung und Teilungen bei den Apiosomen (ähnlich wirkt allerdings auch gechlortes Trinkwasser).Auch der Gehalt des Wassers an organischer Substanz wirkt sich über den damit verknüpften Bakteriengehalt als Nahrungsfaktor auf die Quantität des Apiosomen-Besatzes aus. Aus diesem Grund sind jene Fische, die sich in Gewässern mit hohem Gehalt an organischen Substanzen aufhalten, immer gut mit Apiosomen besetzt. Dieser Besatz geht aber in kürzester Zeit deutlich zurück, sobald bei einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 ein Ammonium-Gehalt des Wassers (z.B. durch Abwasser oder starke Fäulnis) festzustellen ist.
Auch der pH-Wert des Wassers spielt eine Rolle. Als Optimum für das Vorhandensein von Apiosomen kann der Spielraum zwischen 6,5 und 7,2 (Tag-Nacht-Mittelwert) angesehen werden. Außerhalb dieser Grenzen geht der Apiosoma-Besatz deutlich zurück.
Apiosoma-Arten reagieren sehr empfindlich auf Detergenzien. Wie bereits erwähnt konnte ich bei den Karpfenteichen ein Ansteigen des Detergenziengehalts in den letzten 2 Jahren feststellen. In der gleichen Weise, wie der Gehalt an diesen Detergenzien stieg, sank der Besatz der Fische mit Apiosomen. So kommt heute A. carpelli auf Karpfen nur noch in einer Häufigkeit von 20 Tieren pro Kiemenblättchen vor, wo noch vor 3 Jahren die Häufigkeit etwa 80-100 Tiere pro Kiemenblättchen betrug (K2).
Bei einem Karpfenteich konnte der Einfluß des Detergenziengehaltes noch besser untersucht werden. In einem Versuch setzte ich Karauschen, die einen Massenbesatz mit A. carpelli und A.piscicola aufwiesen, unter gleichen Bedingungen (Fischkasten, gleiche Strömungsverhältnisse) einerseits in den Teich, andererseits in einen breiten, am Teich vorbeifließenden Bach mit deutlich nachweisbarem Detergenziengehalt. In beiden Gewässern herrschten die gleichen abiotischen Faktoren mit Ausnahme des Detergenziengehalts im Bach. Nach 2 Tagen wurden die Fische aus beiden Gewässern untersucht. Während der Besatz mit Apiosomen bei den aus dem Teich stammenden Fischen gleich geblieben war, wiesen die aus dem Bach stammenden Fische nur noch vereinzelte Exemplare der Apiosomen auf.