II. Zur Frage der Spezifität der Apiosoma-Arten
Bei symphorionten Peritrichen kommt es häufig vor, daß sich eine Art nur auf einem bestimmten Trägertier festsetzt. Solche Peritriche sind artspezifisch ( = trägertierspezifisch). Eine andere Art der Spezialisierimg liegt dann vor, wenn das Ciliat immer nur eine bestimmte Stelle des Trägers (körperteilspezifisch).
Bei meinen Untersuchungen zeigte sich, daß manche Apiosoma-Arten, die ich bisher nur auf Kiemen fand, plötzlich auch auf den Flossen der gleichen Trägertierart zu finden waren, wenn sich Temperatur und Wasserqualität anders verhielten als bei den vorher untersuchten Gewässern. Deshalb glaube ich nicht, daß alle jene Arten, die ich nur auf den Kiemen oder nur auf den Flossen gefunden habe, körperteilspezifisch sind. Nur bei 2 Arten, die auf der gleichen Fischart mit relativ großer Regelmäßigkeit nebeneinander vorkommen, scheint eine solche Körperteilspezifität vorzuliegen. Es handelt sich um die beiden auf Perca fluviatilis vorkommenden Arten A. minimicronucleata und A. baueri. A. minimicronucleata besiedelt nur den Lamellenrand der Kiemenblättchen, selbst bei unterschiedlichen Wassertemperaturen. A. baueri meidet die Kiemen und besiedelt nach meinen Befunden nur Haut und Flossen. Die beiden Arten gehen sich auf ihrem Träger aus dem Weg.
Körperteilspezifisch sind vermutlich auch jene Apiosomen, die Stiele ausbilden. So konnte ich A.pseudopiscicola nur in der Mundhöhle der Karausche finden, A. lomi, A. microstyla und A. gasterostei nur auf den Kiemen Ihrer Trägertiere.
Bei jenen Apiosoma-Arten, die bisher nur auf einer Trägertierart gefunden wurden, kann eine Trägertierspezifität angenommen werden. Nur bei der Hälterung verschiedener Fischarten auf sehr engem Raum kann es zu einer Fremdbesiedlung kommen. Unter solchen Bedingungen gelang es mir im Labor, A. gobionis, die sonst nur auf Gobio gobio lebt, auf Rutilus rutilus zu übertragen.