Apiosoma minimicronucleata BANINA, 1968
| Trägertiere: | Perca fluviatilis, Esox lucius (seltener) |
| Lokalisation : | nur Kiemen |
| Maße: | Körperlänge 31 - 60 µm | nach BANINA 16 - 43 µm |
| Dicke 20 - 35 µm | 16 - 33 µm |
Diese Art wurde von BANINA auf den Kiemen von Perca fluviatilis gefunden. Die Barsche stammten aus dem Ural. BANINA beschreibt die Körperform dieses Ciliats als faßförmig und damit A. megamicronucleata (TIMOFEEV, 1962) sehr ähnlich. Nach ihrer Beobachtung ist die Querstreifung schwach, der Peristomrand nicht sehr hoch, der knapp über der Scopula liegende Makronucleus in Querrichtung verlängert, oft von bohnenförmigem Aussehen. BANINA benannte diese Art nach dem kleinen Mikronucleus.
Die von mir gefundenen Tiere saßen ebenfalls nur auf den Kiemen von Perca fluviatilis, seltener auch auf Esox lucius. Auf Haut und Flossen konnte diese deutlich ortsspezifische Art nicht festgestellt werden. Die Tiere sitzen regelmäßig am Rand der Lamellen der Kiemenblättchen, an der gleichen Stelle, an der auch das Suctor Trichophrya piscium zu finden ist. Diesen Platz nehmen die Tiere sowohl bei Perca als auch bei Esox ein. A. minimicronucleata hat einen deutlich faßförmigen Körper, der Durchmesser der Scopula entspricht dem Körperdurchmesser unterhalb des Peristoms. Eine relativ niedrige und nur schwach verdickte Peristomlippe umgibt das Peristom fast wulstartig. Der breite Discus ist deutlich gewölbt, er wird aber nicht über die Peristomlippe hinausgehoben. Die kontraktile Vakuole liegt seitlich der schräg einmündenden Buccalhöhle. Im Gegensatz zu BANINAs Beschreibung war die Pellicula meiner Tiere stets deutlich quergestreift.
Dicht über der Soopula liegt ein groáer Makronucleus, der die Form einer flach liegenden und auf der einen Seite deutlich dickeren Scheibe aufweist. Durch eine Veränderung seiner Lage kann er auch oval oder bei starken Körperverbiegungen sogar bohnenförmig aussehen.
Diskussion:
A. minimicronucleata zeigt auf Grund des Aussehens von Körper und Makronucleus große Ähnlichkeit mit der von TIMOFEEV 1968 beschriebenen A. megamicronucleata, die auf Haut und Kiemen von Lota lota vorkommt. Leider konnte ich diese Fischart noch nicht erhalten und A. megamicronucleata nicht selbst untersuchen. Aus diesem Grund stützt sich mein Vergleich auf die Angaben anderer Autoren (TIMOFEEV, RUMJANTZEV, BANINA). Die einzige morphologische Differenz zwischen beiden Arten besteht in der Größe des Mikronucleus (genaue Angaben über den Peristombereich von A. megamicronucleata sind nicht vorhanden). Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht jedoch hinsichtlich der Ökologie der Trägertiere. Während sich Perca fluviatilis und Esox lucius "im Freien" aufhalten, ist Lota lota tagsüber meist in Löchern oder unter Steinen verborgen. Damit aber wird sich Lota lota zumindest zeitweise an Orten mit niedrigem Sauerstoffgehalt des Wassers aufhalten. Da A. minimicronucleata aber nur auf den Kiemen ihres Trägertieres sitzt, ist anzunehmen, daß sie ein relativ hohes Sauerstoffbedürfnis hat. Ob es sich wirklich um 2 Arten handelt, kann erst die Untersuchnng lebender Individuen von A. megamicronucleata zeigen.
Abb. 10. Apiosoma minimicronucleata BANINA, 1968 von Perca fluviatilis (Kieme); a und b in Körperform und Ansicht des Makronucleus unterschiedliche Tiere, c Schema eines kontrahierten Tieres.
Abb.11. Apiosoma minimicronucleata nach BANINA, 1968
Abb. 11a. Mikrofotos von Apiosoma minimicronucleata BANINA, 1968