B. Material und Methoden
Die Untersuchung der in Franken vorkommenden Fische auf symphoriont lebende peritriche Ciliaten und Suctorien, die ich vom Herbst 1969 bis zum Frühjahr 1971 durchgeführt habe, beziehen sich sowohl auf Fischteiche als auch auf Fließgewässer dieses Gebietes. Es wurde darauf geachtet, möglichst alle Fischarten, die in dem jeweils untersuchten Gewässer vorkommen, zu erfassen.
Folgende Fischarten konnten gefangen werden:
Fam. Salmonidae:
Fam. Cyprinidae:
Fam. Cobitidae:
Fam. Anguillidae:
Fam. Esocidae:
Fam. Percidae:
Fam. Cottidae:
Fam. Gasterosteidae:
Zur Vervollständigung der Liste der hier vorkommenden Apiosoma-Arten wurden neben den oben genannten Fischen auch Larven und adulte Tiere von Triturus vulgaris und Froschlarven auf den Besatz mit A. tintinnabulum untersucht.
Die gefangenen Fischarten stammen aus 18 verschiedenen Gewässern, davon waren 9 Gewässer ablaßbare Fischteiche. Die Teiche unterschieden sich durch Größe und Tiefe und zum Teil durch die Qualität des Wassers, die weitgehend von der vorangegangenen Bewirtschaftung abhängig ist. Die Fließgewässer zählen zum Typ der Forellenregion und Brachsenregion.
Der Fang des Fischmaterials erfolgte in der Forellenregion mit der Angel, in der Brachsenregion mit Wurfnetz oder Zugnetz. Fische aus Teichen wurden bei den im Herbst stattfindenden Abfischungen mit kleineren sackartigen Netzen oder mit dem Kescher gefangen. Für den Transport des Fischmaterials wurden Transportgeräte aus verschweisten Kunststoffschüsseln angefertigt. Solche Gefäße, die beim Transport ein Herausspritzen des Wassers verhindern, haben ein Fassungsvermögen von etwa 20 Litern. Durch Begrenzung der Anzahl der transportierten Tiere und der Transportzeit wurde verhindert, daß während des Transports ein für das Material nachteiliger Sauerstoffmangel auftreten konnte.
Die Untersuchung des eingebrachten Fanges erfolgte sofort nach Ankunft im Institut, da sonst mit einer Veränderung der aufsitzenden peritrichen Ciliaten und Suctorien hätte gerechnet werden müssen. Für die Untersuchung wurden die Fische durch einen tiefen Schnitt hinter dem Kopf getötet - größere Fische wurden vorher durch einen Schlag auf den Schädel betäubt - und anschließend mit der Schere zerlegt. Untersucht wurden vor allem die abgeschnittenen Brust- und Bauchflossen, sowie die von den Kiemen abgeschnittenen Kiemenblättchen. Die Beobachtung der symphoriont lebenden Peritrichen und Suctorien erfolgte im lebenden Zustand mit dem Mikroskop. Die Tiere wurden fotografiert und gezeichnet, tote Individuen blieben unberücksichtigt. Zum Vergleich mit bisherigen Untersuchungstechniken wurden auch Ausstriche angefertigt und mit Haematoxylin oder nach Feulgen gefärbt. Als Fixierfärbung wurde in einigen Fällen die Färbung mit Orcein-Essigsäure angewandt. Zeichnungen und Fotografien wurden kombiniert ausgewertet, die Größenmessung erfolgte am lebenden Tier und vergleichsweise auf dem Filmmaterial (zu diesem Zweck wurde ein Objektmikrometer bei verschiedenen Vergrößerungen mit dem gleichen Fotoapparat aufgenommen).
Als Untersuchungsmedium diente immer Wasser des Gewässers, aus dem das Untersuchungsmaterial stammte. Gewässertyp, Anzahl der vorkommenden Fischarten, ungefähre Individuendichte, Jahreszeit und die Qualität des Wassers der untersuchten Gewässer wurden ebenfalls berücksichtigt.