zurück

Apiosoma gasterostei (FAURE-FREMIET, 1905) emend.

Syn.: Epistylis gasterostei FAURE-FREMIET, 1905
Scyphidia gasterostei (FAURE-FREMIET, 1905) PRECHT, 1935

Trägertier: Gasterosteus aculeatus
Lokalisation: Kiemen

Maße : Körperlänge 40 - 70 µm
Dicke 22 - 34 µm
Stiellänge max. 25 µm

Ursprünglich wurde diese Art von FAURE-FREMIET ohne Zeichnung von den Kiemen des 3-stachligen Stichlings Gasterosteus aculeatus beschrieben. Erst 1943 gibt FAURE-FREMIET eine weitere Erklärung über diese Art ab, in der er erwähnt, daß sie wie eine "Glossatella" gebaut ist, aber einen Stiel besitzt, der an der Basis stark verbreitert ist.

Auch PRECHT (1935) fand eine Apiosoma auf Gasterosteus aculeatus, und er synonymisierte sie mit der von FAURE-FREMIET gefundenen Art. Er nannte sie aber Scyphidia gasterostei, was auf Grund der Kernform eine fehlerhafte Wahl des Namens war.

A. gasterostei zeigt, wie auch alle anderen Apiosoma-Arten, den typischen Körperbau einer Epistyliden. Allerdings muß A. gasterostei zur Gattung Apiosoma gestellt werden, da der Makronucleus die für diese Gattung typische Ausbildung zeigt.

A. gasterostei hat einen kegelförmigen Körper, der unterhalb des Peristoms leicht verengt sein kann. Die Peristomlippe ist schmal und niedrig, ähnlich wie bei A. piscicola. Der relativ breite Discus ist gewölbt, er wird nicht über die Peristomlippe herausgehoben. Die Buccalhöhle mündet relativ flach ein, seitlich davon liegt die kontraktile Vakuole.

Unterhalb der Körpermitte liegt der beim lebenden Tier meist gut sichtbare Makronucleus, dessen Form zwischen eiförmig und gerundet 3-eckig variiert. Die Pellicula ist stets deutlich quergestreift, die Pectinellenbildungszone liegt als leichte Einschnürung etwa in Höhe der Körpermitte. Nach hinten verjüngt sich der Kärper gleichmäßig, bei Tieren mit noch kurzem Stiel wird der Körper vor der Scopula wieder etwas breiter. Der unstrukturierte Stiel sitzt dem Epithel des Trägertieres mit breiter Basis auf, er kann verzweigt sein, d.h., A. gasterostei ist koloniebildend.

Diskussion:

Alle beschriebenen Merkmale mit Ausnahme des Makronucleus überzeugen in ihrer Deutlichkeit von der Zugehörigkeit dieser Art zu den Epistyliden. Trotzdem erscheint es mir aus taxonomischen Gründen richtiger, diese Art - wie alle anderen gestielten Apiosoma-Arten - auf Grund von Form und Lage des Makronucleus bei der Gattung Apiosoma zu führen. Meine verzweigten Stadien wiesen nie mehr als 2 Tiere auf. Ob es Kolonien mit mehr Tieren gibt, werden erst weitere Untersuchungen zeigen.

     

Abb. 34. Apiosoma gasterostei (FAURE-FREMIET, 1905); a und b solitär mit unterschiedlicher Körperform, c mit Stielverzweigung.

Abb. 34a. Mikrofoto von  Apiosoma gasterostei (FAURE-FREMIET, 1905)