II. Ordnung: Suctoria
1. Familie: Dendrosomidae
Gattung Trichophrya CLAP. + LACHM., 1859
Trichophrya piscium BÜTSCHLI, 1889
| Trägertiere: | Perca fluviatilis, Esox lucius |
| Lokalisation : | Kiemen |
| Maße: | Körperlänge | max. 115 µm |
| Dicke | max. 80 µm | |
| Tentakellänge | max. 40 µm |
Der Körper der Tiere ist mützenförmig und mit einer großflächigen Scopula versehen, mit deren Hilfe diese Suctorien (meistens) am Rand der Lamellen der Kiemenblättchen sitzen (körperteilspezifisch). Eine von der Größe des Tieres abhängige Anzahl von relativ dicken geknopften Tentakeln - bei sehr großen Tieren bis 40 Tentakel - erscheint auf dem dickeren Teil des mützenförmigen Körpers. Selten kann man auch ein 2. Tentakelbündel mit höchstens acht Tentakeln auf dem flacheren Teil des Körpers beobachten. Dieses zusätzliche Tentakelbündel war nach meinen Beobachtungen nur dann vorhanden, wenn der Körper des Suctors an dieser Stelle völlig frei lag. Die Tentakel dieses zweiten Bündels sind deutlich kürzer als jene des Hauptbündels.
Etwa in der Mitte des Körpers liegt, meist in Längsrichtung, ein länglich ovaler Makronucleus, der zahlreiche stark lichtbrechende und verschieden große rundliche Einschlüsse aufweist. Eine kontraktile Vakuole erscheint am tentakeltragenden Ende des Körpers. Bei gutem Ernährungszustand ist der Körper mit vielen stark lichtbrechenden und meist mit dunklem Pigment erfüllten Nahrungsvakuolen versehen, die sich besonders in Kernnähe konzentrieren. Solche Tiere sind deshalb praktisch undurchsichtig. Trichophrya piscium zeichnet sich durch circumvaginative Knospung aus. Im Verlauf der Schwärmerbildung schnürt sich ein nach oben auswachsender Kernteil ab, der dann von dem dorsal gebildeten Schwärmer umschlossen wird. Der fertige Schwärmer ist scheibenförmig, die Unterseite bleibt leicht konkav. Der Schwärmer verläßt das Muttertier durch eine dorsal liegende Geburtsöffnung. Nach meinen Beobachtungen wurde nie mehr als ein Schwärmer pro Tier zu einem gegebenen Zeitpunkt gebildet. Nahrungsaufnahme konnte bei Trichophrya piscium noch nicht beobachtet werden.
Trichophrya piscium BÜTSCHLI, 1889 ist mit großer Wahrscheinlichkeit identisch mit

Abb. 40. Trichophrya piscium BÜTSCHLI, 1889; a Dorsalansicht; b Seitenansicht. (Perca fluviatilis, Kieme.)
Abb. 40a. Mikrofotos von Trichophrya piscium BÜTSCHLI, 1889
Abb. 40b. Mikrofotos von Schwärmer und Trichophrya piscium BÜTSCHLI, 1889 nach Festheftung des Schwärmers