Apiosoma amoeba (GRENFELL, 1887) LOM, 1966
| Syn.: | Scyphidia amoeba GRENFELL, 1887 Glossatella amoeba (GRENFELL,1887) KAHL, 1935 Glossatella conica TIMOFEEV, 1962 Apiosoma cryptomicronucleata BANINA, 1968 |
| Trägertiere: | Pygosteus pungitius (Gasterosteus aculeatus n. BANINA) |
| Lokalisation: | Kiemen |
| Maße: | n. TIMOFEEV | n. BANINA | ||
| Körperlänge | 60 - 85 µm | 48 - 99 µm | 36 - 79 µm | |
| Dicke | 28 - 32 µm | 27 - 30 µm | 16 - 36 µm |
Diese von GRENFELL 1887 beschriebene Art wurde von ihm auf Stichlingen gefunden. Nach seiner Beschreibung ist der Körper im ganzen gesehen kegelförmig. Er nimmt von der Basis aufwärts an Dicke zu, die untere Körperhälfte klarer, die obere granulär, großer granulärer Makronucleus in der unteren Körperhälfte, eiförmig oder sub-triangulär. Das Peristom wird als gut entwickelt bezeichnet.
A. amoeba konnte ich auf dem neunstachligen Stichling Pygosteus pungitius wiederfinden, nicht jedoch auf dem im gleichen Teich vorkommenden Gasterosteus aculeatus. Ich führe dies nicht auf eine Artspezifität zurück, sondern auf den Massenbesatz des dreistachligen Stichlings mit A. gasterostei (FAURE-FREMIT, 1905).
Die von mir gefundenen Tiere hatten einen kegelförmigen bis leicht keulenförmigen Körper, dessen basaler Teil manchmal auch fast stielartig ausgebildet war. Der breite Discus ist deutlich und oft halbkugelförmig gewölbt, er wird über die Peristomlippe hinausgehoben. Unterhalb der schräg einmündenden Buccalhöhle liegt die kontraktile Vakuole. Die Peristomlippe ist relativ dick und bildet einen deutlichen Wulst. Die Körpermitte ist nur undeutlich durch die Pectinellenbildungszone gekennzeichnet, sie wird von der deutlich und gleichmäßig ausgebildeten Querstreifung der Pellicula überdeckt.
Direkt unterhalb der Körpermitte liegt der eigenartige, in seiner Form variable und doch charakteristisch gebaute Makronucleus. Er hat immer die Form eines Kegels, doch ist die Höhe des Kegels sehr variabel. Ganz besonders charakteristisch ist sein schichtartiger Aufbau, der beim lebenden Tier deutlich sichtbar ist. Die Anzahl der Schichten ist, ebenso wie deren Lage und Dicke, wieder sehr variabel. So wird es verständlich, daß nach einer Fixierung und Färbung dieser Art vermeintliche neue Arten beschrieben wurden. Eigenartigerweise wurde jedoch die überaus charakteristische Schichtung des Makronucleus nicht bemerkt.
Diskussion:
TIMOFEEV beschreibt 1962 sowohl eine A. amoeba als auch eine A. conica, beide Arten fand er auf Stichlingen. Nach meinen Befunden handelt es sich bei beiden "Arten" nur Grund der Variabilität des Makronucleus um A. amoeba, die Unterschiede in der Körperform liegen im Bereich der Variabitität des Körpers. Die von BANINA 1968 für A. amoeba gehaltene Art, die sie auf Leuciscus idus und Ctenopharyngodon idella fand, ist zweifellos mit GRENFELLs A. amoeba nicht identisch. Diese Art konnte ich wiederfinden, sie wird als A. baninae n. sp. beschrieben. Die von BANINA (1968) für eine neue Art gehaltene Apiosoma cryptomicronucleata ist dagegen mit GRENFELLs A. amoeba identisch, der kleine Unterschied in der Form des Makronucleus liegt im Bereich der Variabilität.
FAURE-FREMIET fand das Suctor Erastophrya chattoni (1943a) und Epistylis lwoffi (1943b) auf Stichlingen mit einer Apiosoma vergesellschaftet. FAURE-FREMIET unterlief eine Fehldingnose, denn es handelt sich bei ihr nicht um A. piscicola, sondern um A. amoeba.
Abb.16. Apiosonia amoeba (GRENFELL, 1887) LOM, 1966 von Pygosteus pungitius (Kieme); b verschiedene Formen und Schichtungsmöglichkeiten des Makronuclous.
Abb.17. Mikroaufnahmen von A. amoeba mit deutlich schichtartigem Bau des Makronucleus.