back

Addendum

In der bereits erwähnten Kategorie gehören besonders die letzten Arbeiten von vier Gruppen von Leuten oder "Ideenschulen", die sowohl interessante Ähnlichkeiten als auch Unterschiede zeigen. Sie sind alle deutlich oder völlig abhängig von der Elektronenmikroskopie mit Seitenblick (vereinzelt wichtige Ausnahmen) zu ontogenetischen und praktisch keine zu nuklearen oder morphologischen Merkmalen. Zwei Gruppen heben hauptsächlich somatische infraciliäre Organellen hervor und die anderen zwei betonen ultrastrukturelle Details der oralen Region. Zum Beispiel legen Gerassimova & Seravin (1976) in einem sehr interessanten Ansatz viel Wert auf die Gegenwart oder Abwesenheit der somatischen subpelliculären Kinetodesmata und Postciliodesmata bei unterschiedlichen taxonomischen Gruppen; und Lynn (1976a-c, 1977) scheint in seiner anregenden strukturellen Konservatismushypothese Organellen des somatischen kinetidalen Komplexes der Mundstrukturen zu bevorzugen. Andererseits widmet Small (1976) den internen Details des faszinierenden Cytostom-Cytopharyngealapparats besondere Aufmerksamkeit (er beachtet vor allem Gegenwart oder Abwesenheit von entweder Quer- oder postciliären Mikrotubuli in oder nahe diesem Organell); und die französische Schule von Clermont-Ferrand (z.B. siehe Grain et al., 1976; Grain et al., 1973; de Puytorac & Grain, 1976; de Puytorac et al., 1976) verläßt sich fast ausschließlich auf Schwankungen in der kinetosomalen Organisation der infraciliären Basen der oralen Bewimperung, von den einfachen Paaren bei "niederen" Ciliaten hin zu den paroralen Strukturen und Membranellen (sensu lato) der "höheren" Formen.

Solch ein kurzes Exposé beschreibt kaum die Bedeutung oder potentielle Bedeutung dieser neuesten Vorschläge (und andere wurden überhaupt nicht erwähnt), aber weder Zeit noch Raum erlaubt hier weitere Erwähnung. Nicht unerwartet gibt es ein Überlappen - besonders bei den Daten - der erwähnten Ideen. Manche der eigenen Schlüsse von Corliss gleichen jenen der französischen Kollegen oder werden wenigstens teilweise von deren eventuell neuartigen Daten unterstützt. In der Tat verdienen die Ähnlichkeiten in den resultierenden Schemen der suprafamiliären Klassifizierungen unsere Aufmerksamkeit: es kann angenommen werden, daß sie als Beweise dienen, daß unterschiedliche Ansätze und Hypothesen wirklich zu ziemlich ähnlichen taxonomischen Anordnungen der zahlreichen höheren Taxa eines notwendigerweise erweiterten Stamms Ciliophora führen können.