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Unterschiede des Stamms

Als große, kompakte Gruppe sind die Ciliophora leicht von Mitgliedern aller anderen eukaryotischen Protozoen unterscheidbar. Es gibt mehrere gemeinsame hauptsächliche diagnostische Merkmale für alle Arten des Stammes; da diese fast allgemeinen Eigenschaften gut bekannt, weit verbreitet und lange Zeit allgemein akzeptiert waren (siehe Corliss, 1956, 1961, 1974a), müssen sie hier nur kurz erwähnt werden (siehe auch Corliss, 1978a).

1. Manifestation des Kerndualismus.

Mit äußerst seltener Ausnahme besitzen Ciliaten - wenn wir die ungewöhnliche Situation bei bestimmtem Foraminiferen (Grell, 1973) unberücksichtigt lassen - einen zweifachem Kernapparat: einen oder mehrere diploide (gelegentlich polyploide) Mikronuclei und einen oder mehrere polyploide oder polygenomische Makronuclei (obwohl diploid bei manchen angeblich primitiven Formen). Amikronucleate "Rassen" sind entdeckt worden und können experimentell produziert werden, aber sie sind "genetisch tot" und sicher sekundär abgeleitete Formen. Der Makronucleus kann eine besondere Vielfalt an Formen zeigen.

2. Besitz von einfachen Cilien oder zusammengesetzten Cilienorganellen
(oft gleichmäßig oder in auffälligen Mustern angeordnet in mindestens einem Stadium im Lebenszyklus: fehlt ganz bei sehr wenigen Arten).

Cilien und Geiseln - beide Pecilokont genannt in einem kurzlebigen Neologismus von Dougherty (1957) und gelegentlich Undulipodia (ursprünglich von Smagina, 1948, vorgeschlagener Ausdruck) nach Raabe und Jahn und wenigen anderen Zellphysiologen (siehe Jahn & Votta, 1972) - sind ultrastrukturell völlig identisch und wahrscheinlich homologe Organellen, die selten gleichzeitig bei einer Art vorkommen. Zum Beispiel sind die Geiseln der Phyto- und Zoomastigophoren normalerweise viel länger, zahlenmäßig viel weniger und im allgemeinen nur am apikalen Pol des Organismus lokalisiert. (Opalinide Flagellaten gehören jedoch aus anderen Gründen nicht zu den echten Ciliaten: siehe Corliss, 1977b).

3. Ausnahmslos vorhandene subpelliculäre Infraciliatur im Cortex..

"Einmal Ciliat, immer eine Infraciliatur" (Corliss, 1959). Der kinetosomale Komplex besteht aus Kinetosomen oder Basalkörpern und einer großen Anzahl von mehr oder weniger eng verbundenen Mikrotubuli und Fibrillen, alle wunderbar offenbarbart durch die Elektronenmikroskopie. Er ist insgesamt ein anscheinend sehr konservatives und grundsätzliches Merkmal der Ciliaten. (Zu seiner temporären Abwesenheit im encystierten Stadium mancher Arten siehe genauere Untersuchungen von Grimes, 1973a-c, über Oxytricha).

4. Grundsätzlich homothetogener Modus binärer Teilung
(im Gegensatz zum für andere einzellige Gruppen charakteristischen symmetrogenen Typ, besonders bei Flagellaten).

Im typischen Fall steht die Teilungsebene bei der Cytokinese zur Längsachse des Körpers senkrecht und führt zu einer perkinetalen Teilung, oft auch einfach als Querteilung beschrieben. Es gibt zahlreiche Ausnahmen, aber fast alle sind leicht erklärbar als Sekundärerwerb im Lebenszyklus der betreffenden Art. Die Stomatogenese unterschiedlichen Typs begleitet im Grunde genommen die Teilung, obwohl sie entweder vor oder nach dem Beginn oder Ende der Teilung der Zelle beginnen kann.

5. Fehlen echter Syngamie.

Sexuelle Phänomene sind bei Ciliaten nur Konjugation und Autogamie (letztere einschließlich Cytogamie). Bei totaler Konjugation wird der Prozeß irreführenderweise von manchen Protozoologen als "echte Syngamie" betrachtet. Bei der Konjugation werden die Gameten durch Gametenkerne ersetzt und das genetische Ergebnis des ganzen Phänomens entspricht tatsächlich der Syngamie anderer einzelliger und vielzelliger Organismen.

6. Anwesenheit eines Cytostoms
(verbunden in vielen Gruppen mit einer mehr oder weniger gut entwickelten atrialen, vestibulären oder Buccalhöhle, die einfache Cilien oder zusammengesetzte Cilienorganelle enthält und immer mit einem Cytopharynx endet).

Ciliaten mancher Taxa sind jedoch völlig ohne Mund. Die Hauptgruppe Suctorien besitzt Saugtentakel statt einer einzelnen oralen Mundöffnung und zeigt so Polystomie. Aber dies sind außergewöhnliche Fälle, welche die Anwesenheit einer (normalerweise permanent offenen) einzelnen definierten Mundöffnung der Ciliaten im allgemeinen nicht beeinträchtigt.

Etwa ein halbes Dutzend Merkmale sollten angeführt werden; aber sie sind Merkmale, die Ausnahmen innerhalb des Stamms selbst haben, oder parallele Situationen von bestimmten unbewimperten Protozoengruppen wie den Zooflagellaten oder Opaliniden. Sie können kurz ohne weiteren Kommentar aufgelistet werden: