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Anzahl, Größe, and "Verwendbarkeit" der Ciliaten

Mit etwa 7200 beschriebenen Arten hat der Stamm Ciliophora heute eine respektable Größe erreicht. In der Tat sind die Haupttiergruppen Anneliden, Echinodermen, Nematoden, parasitische Helminten und Vögel zahlenmäßig vergleichbar. Er enthält mehr Arten (manchmal sogar doppelt so viele) als jeder der folgenden Taxa: Porifera, Coelenterata, Bryozoa, Amphibia, Reptilia, und Mammalia (siehe Corliss, 1978a). Es könnte von historischem Interesse sein, daß wir heute mehr als doppelt so viele Arten von Ciliaten kennen als die Gesamtzahl aller in der Zeit von Linnaeus bekannten Tiere.

Die Anzahl der supraspezifischen Taxa sollte besonders vom vergleichenden Standpunkt aus beachtet werden: das Wachstum des Stamms ist erstaunlich. Gegenüber moderner Klassifizierung waren in der Zeit von Kahl (1935) bekannt: 600 Gattungen, 100 Familien, 18 Ordnungen und 4 Klassen. Bis 1960 stieg die Anzahl durch neue Beschreibungen auf: 850 Gattungen, 130 Familien, 27 Ordnungen und 5 Klassen. 1979 kannten wir 1125 Gattungen, 204 Familien, 59 Ordnungen und 10 Klassen gemäß dem System von CORLISS (1979).

Die Körpergröße der Ciliaten liegt grob geschätzt zwischen 10 und 4500 µm. Entsprechend dem Vorschlag von Corliss (1975b) können 6 Längenkategorien unterschieden werden: sehr klein 10 - 30 µm, klein 30 - 65 µm, mittel 65 - 150 µm, groß 150 - 600 µm, sehr groß 600 - 2500 µm und außergewöhnlich groß 2500 - 4500 µm. Unterschiede im Volumen sind natürlich viel auffälliger, aber die hier genannten Daten können hilfreich für eine vergleichende Beschreibung verschiedener Gruppencharakterisierungen und Diagnosen sein.

Die Fülle von Ciliaten, ihre große morphologische und ökologische Vielfalt, ihre Anpassungsfähigkeit an Labor- und natürliche Bedingungen, ihre Größe, ihr Tempo der Vermehrung und ihre leichte Handhabung lassen sie zu besonders vorteilhaften Organismen zur experimentellen Lösung von Problemen der biologischen und biomedizinischen Forschung werden (Corliss, 1978 a). Die Rolle der Planktonciliaten im Nahrungsnetz von Seen, Strömen und Ozeanen muss noch untersucht werden und es gibt Hinweise auf deren große Bedeutung. Die Verwendung bestimmter Arten als "Verschmutzungsindikatoren" und ihre Bedeutung als Hauptbestandteile der Mikrobiozoenose bei der Abwasserbehandlung müssen hier ebenfalls erwähnt werden. Axenisch auf chemisch definierten Medien kultivierbare Rassen der Tetrahymena pyriformis Gruppe werden schon häufig als Mikroassay-Organismen zur Erkennung von essenziellen Aminosäuren, Vitaminen, Eiweißen usw. und für Toxizitätstests verwendet. Tetrahymena, Paramecium und weitere Ciliaten werden auch als ideales Studienmaterial für viele andere hochentwickelte Untersuchungen der Zellenbiologie, die chemische Genetik, die Biophysik und für ähnliche Bereiche betrachtet.